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Tätigkeit als Co-Trainer im Visier

Flüchtlinge bilden sich an zwei Wochenenden im Bereich Fußball fort – Ein Beitrag zur Integration (Text/Foto von Andreas Schoener)

KÜHRSTEDT. Mosab Al Hamoud passt nach vorn. Sein Mannschaftskamerad nimmt den Ball vor dem Strafraum an und zieht kräftig aus halbrechter Position ab. Präzise senkt sich das Leder ins Eck und zappelt im Netz. Wieder ein Tor. Der Jubel ist groß auf dem Sportplatz in Kührstedt.

Zumindest bei einer Mannschaft. Insgesamt sind zwölf Flüchtlinge froh, auf dem schattigen Grün kicken zu können - für sie bringt das kostenlose Qualifizierungsangebot zum Co-Fußballtrainer oder Betreuer für Kinder und Jugendmannschaften nicht nur Spielspaß und Zusatzwissen, sondern eröffnet auch die Möglichkeit, Anschluss zu finden.

Aufgelegt haben das besondere Projekt der Niedersächsische Fußballband (NFV) gemeinsam mit dem Kreissportbund Cuxhaven (KSB). Der FC Geestland erklärte sich spontan bereit, die Arbeit vor Ort zu organisieren. „Für uns ist dies eine geeignete Möglichkeit, weitere Betreuer und Spieler zu gewinnen und gleichzeitig dazu beizutragen, dass Personen mit Migrationshintergrund schneller und unkomplizierter integriert werden können“, sagt Jörg Schröder, Vorsitzender des FC Geestland, als er auf den Platz nach Kührstedt kommt.

Dort hat Holger Marx vom NFV den versammelten Spielern - zumeist kommen sie aus Syrien oder Afghanistan - gerade weiteres theoretisches Wissen vermittelt über Koordination, Taktik und Technik. Die Spieler um Mosab Al Hamoud haben an zwei Sonnabenden und zwei Sonntagen aufmerksam zugehört. Das Trainingstrikot hat sich auch Matthias Schuster übergestreift. Er ist Vorsitzender des TSV Kührstedt und zweiter Mann beim FC Geestland. „Diese Qualifizierung ist einfach klasse, weil sie praxisnah ist und die Menschen mitnimmt“, sagt er und sprintet zurück, um die Mannschaften zu unterstützen.

Auch Conny Nottrodt von der KSB-Koordinierungsstelle „Integration im und durch Sport“ ist an diesem Morgen auf den Platz nach Kührstedt gekommen. „Fußball ist die beliebteste Sportart in Deutschland“, sagt die junge Frau, „deshalb kann man über das Spiel mit dem runden Leder viele Brücken bauen.“ Eine davon ist die „Qualifizierung für Geflüchtete“.

Die überwiegend vereinslosen Männer, die da an zwei Wochenenden viel erfuhren über unterschiedliche Trainingsphilosophien und zwischendurch immer wieder erworbenes Wissen auf dem Platz anwenden konnten, erhielten nach der Teilnahme am Projekt ein Zertifikat. „Damit haben sie die erste Hürde genommen auf dem Weg zum Co-Trainer oder Betreuer“, erklärt Holger Marx. Der nächste Schritt bestehe im idealen Falle darin, „deutsche Sprachkenntnisse als unerlässliche Schlüsselqualifikation“ auszubauen und dann Kontakt zu Vereinen im Cuxland zu suchen und Mitglied zu werden. „Dort können sie mitspielen und sich für ein weiteres Engagement empfehlen“, sagt Marx. Conny Nottrodt stimmt zu: „Der Kreissportbund will Bindeglied zu den Vereinen sein. Wir helfen gerne weiter.“

„Mit freundlicher Genehmigung der NORDSEE-ZEITUNG“ http://www.nordseezeitung.de

ZUSATZINFO:

Mehr über das Programm zur fußballspezifischen Qualifizierung für Geflüchtete erfährt man beim Kreissportbund. Conny Nottrodt ist telefonsich erreichbar unter 04743/344 9336, eine Mail erreicht sie unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!